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São João da Madeira und der Industrietourismus

CC BY-NC-ND Associação de Turismo do Porto e Norte, AR

São João da Madeira ist die kleinste Stadtgemeinde Portugals und durch die Schuhindustrie geprägt. Hier gibt es aber auch Hüte, Stifte und tüchtige Leute, die Sie bei ihrem Besuch mit einem freudigen Lächeln empfangen werden.

    • Kultur
    • Kulturerbe
    • Shopping
    • Besuchen Sie das auf den Industrietourismus ausgerichtete Welcome Center, um dort Besichtigungen in den Fabriken und Ausbildungsstätten zu buchen.
    • Mindestens einen der Rundgänge durch das Industrielle Erbe der Stadt zu machen.
    • Erleben Sie in Firmen wie Heliotêxtil das emsige Treiben der Arbeiter und den Lärm der laufenden Maschinen.
    • Das kreative Ambiente der Oliva Creative Factory, direkt neben dem Welcome Center.
    • Die verschiedenen Produktionsschritte der international renommierten Schuhmarke Helsar kennenzulernen.
    • Die zum Verkauf angebotenen Hüte im Museu da Chapelaria und die innovativen Stifte im Geschäft der Marke Viarco auszuprobieren.
    • São João da Madeira ist rund 40 Kilometer von Porto entfernt.
    • Das Welcome Center befindet sich im Torre da Oliva. In dem Turm erhalten Sie weitere Informationen zu den Besichtigungen der Fabriken und den Rundgängen durch das industrielle Erbe der Stadt. Außerdem können Sie hier einen entsprechenden Führer buchen. Beachten Sie, dass an Wochenenden keine Fabrikbesichtigungen stattfinden.
    • Fabrikbesichtigungen müssen im Voraus gebucht werden.
    • Das Museu da Chapelaria befindet sich in der Rua Oliveira Júnior, 50 – São João da Madeira.

Um das Beste aus ihrem Besuch in São João da Madeira und seinem industriellen Erbe zu machen, besuchen Sie zuerst das Welcome Center im Oliva-Turm (http://www.turismoindustrial.cm-sjm.pt). In dem Infocenter, das sich einer alten Metallfabrik befindet, erhalten Sie Informationen zu den Rundgängen durch das industrielle Erbe des Kreises. Außerdem können Sie hier ihre Fabrikbesichtigungen und einen entsprechenden Führer buchen oder einen Multimedia-Führer über die zu besuchenden Fabriken und Institutionen ausleihen.

Bevor Sie auf Entdeckungstour gehen, sollten Sie sich noch den interaktiven Schautisch ansehen. Hier können Sie sich die verschiedenen Rundgänge ansehen und einen geschichtlichen Abriss der Fabrik Oliva und des Unternehmens Viarco (das sich nur wenige Schritte entfernt befindet und ebenfalls besichtigt werden kann) abrufen.

Wenn die Buntstifte von Viarco ihr Interesse geweckt haben, dann sollten Sie der einzigen noch in Betrieb befindlichen Buntstiftfabrik Portugals einen Besuch abstatten. Die Fabrik ist seit 1931 in der Stadt ansässig und die Wände des Unternehmens Viarco sind ein wahres Archiv für die alten Werbplakate des Unternehmens und seiner Produkte. In der Luft liegt der Geruch von Grafit, der uns an die Grundschulzeit erinnert.

Vom Grafit der Fabrik Viarco zu den Webstühlen von Heliotêxtil. Hier werden Etiketten mit Pflegehinweisen für international renommierte Marken hergestellt, aber auch Sicherheitsgurte für Autos und Schultergurte für Sporttaschen. Lernen Sie den Produktionsprozess der Bänder, Etiketten, Borten und Schnüre kennen und staunen Sie, wie aus tausenden von Fäden hochkomplexe Muster entstehen.

Der Ruhm portugiesischer Schuhe

Schuhe zählen zu den Hauptexportgütern Portugals und São João da Madeira ist das Zentrum der portugiesischen Schuhproduktion. Am besten beginnen Sie ihren Besuch in den Bereichen Theorie, Wissenschaft und Ausbildung der Schuhindustrie.

Im Centro de Formação Profissional da Indústria do Calçado werden viele der zukünftigen Schöpfer portugiesischer Schuhe ausgebildet. Übrigens genießt das Zentrum bereits internationale Anerkennung aufgrund der von seinen Schülern bei verschiedenen Wettbewerben gewonnenen Auszeichnungen. Hier haben Sie die einmalige Gelegenheit, einen Blick in die Ausbildungsräume, Laboratorien und Produktionsstätten, die echten Fabriken des Sektors nachempfunden sind, zu werfen. Wussten Sie, dass dies die einzige Schule ist, in der den Schülern alle Ressourcen zur Fertigung eines Schuhs verfügen, vom Anfang bis zum Ende? Sollten Sie sich eher für theoretisches Wissen über die Schuhindustrie interessieren, so stellt das Zentrum auch Informationen über die Geschichte der Evolution des Schuhs bereit.

Besuchen Sie, um ihr technisches Wissen zu vertiefen, das Centro Tecnológico do Calçado de Portugal, wo sich Fachkräfte der Schuhindustrie weiterbilden können. Hier kontrollieren Fachkräfte im Labor die Qualität der neuen Produkte und Ausrüstungen. Außerdem werden hier die Resistenz der Materialien und der Tragekomfort der Endprodukte geprüft.

Lassen Sie jetzt die Ausbildung und Forschung hinter sich und schreiten Sie zur Tat! Bei Helsar, einer der wichtigsten portugiesischen Schuhfirmen, produziert man international renommierte Damenschuhe. Falls Sie ein echter Schuhliebhaber sind, dann sollten Sie einige Stunden für den Ausstellungsraum der Fabrik reservieren. Hier finden Sie die repräsentativsten Modelle jeder Kollektion seit dem Produktionsbeginn der Fabrik im Jahre 1979. Man kann auch das Lager besuchen, wo hunderte Tierhäute zu sehen sind. Diese warten darauf, sich in der Produktion, die auch sorgfältige Handarbeit umfasst, in einen der Schuhe der nächsten Kollektion zu verwandeln.
 
Von den hohen Absätzen wechseln wir zu den handgefertigten Herrenschuhen der Firma Everest. Obwohl diese auch einige Damenschuhe produziert, liegt der Schwerpunkt von Everest auf Herrenschuhen. Diese werden unter eigenem Namen oder für andere Marken und Designer, die dem Unternehmen die Produktion anvertrauen, hergestellt. Im Ausstellungsraum der Firma können Sie Beispiele klassischer Modell, aber auch gewagtere Schuhe sehen, die dem Geschmack der Kunden angepasst werden können.

Hüte: von São João da Madeira in Welt hinaus

Haben Sie gewusst, dass in São João da Madeira der Filz für die Hüte der britischen Polizistinnen hergestellt wird? Das Unternehmen Fepsa (http://www.fepsa.pt) ist einer der bedeutendsten Hersteller von Rohpelz, den es zu Filz verarbeitet, der wiederum zu Hüten aufgearbeitet wird. Während einer Besichtigung können Sie alle Produktionsschritte verfolgen und am Ende das Lager besuchen. Hier wird der fertige Filz, nach Farben sortiert, gelagert.

Ein Großteil der bei Fepsa verwendeten Rohstoffe stammt von der Firma Cortadoria Nacional de Pêlo. Das Unternehmen arbeitet das Fell nicht gefährdeter Tierarten zur Weiterverarbeitung auf, um sie dann an die Bekleidungsindustrie zu verkaufen. Leider können nur einige Bereich der Fabrik besichtigt werden.

Vom Pelz zum Filz, vom Filz zum Hut: Das ist der Herstellungsprozess eines Hutes. Obwohl die Hutindustrie in São João da Madeira in der ersten Hälfte des 20. Jh. der größte Industriezweig war, findet sich hier heute keine Hutfabrik mehr.

Das Museu da Chapelaria, ist das einzige Hutmuseum auf der iberischen Halbinsel. Es bewahrt die Geschichte dieses Industriezweiges. Auf Bestellung werden hier sogar noch maßgefertigte Hüte hergestellt. Im Museum sind Maschinen und Werkzeuge ausgestellt, und, klar, viele Hüte aus verschiedenen Epochen.

Anreise

Es bestehen verschiedene direkte Flugverbindungen nach Porto. Sollten Sie sich für einen Low-Cost-Carrier entscheiden, so gibt es Verbindungen ab London (Stansted und Gatwick), Birmingham, Paris (Beauvais, Orly, Vatry und Charles de Gaulle), Marseille, Dole, Lille, Straßburg, Tours, St-Etienne, Saint-Étienne, Bordeaux, Lyon, Nantes, Madrid, Barcelona El Prat, Valencia, Mailand Bergamo, Rom Ciampino, Brüssel (Charleroi und Zaventem), Eindhoven, Maastricht, Amsterdam, Genf, Basel-Mulhouse, Dortmund, Frankfurt Hahn, Karlsruhe Baden, Nürnberg, Hamburg Lübeck, München Memmingen und Düsseldorf Weeze.

Im Sommer fliegen Low-Cost-Carrier auch ab Liverpool, Dublin, Bologna, Toulouse, Clermont Ferrand, Carcassonne, La Rochelle, Limoges, Rennes, Las Palmas, Palma de Mallorca, Teneriffa und Bremen.

Mit traditionellen Fluggesellschaften erreichen Sie Porto ab London (Gatwick und Heathrow), Madrid, Barcelona, München, Frankfurt, Paris Orly, Caracas, Genf, Luxemburg, Amsterdam, Mailand Malpensa, Zürich, New York, São Paulo, Rio de Janeiro, Brüssel Zaventem, Rom Fiumicino, Toronto und Luanda. Im Sommer bestehen zudem Verbindungen ab Montreal, Brest und Brive.

Von Porto erreichen Sie São João da Madeira mit dem Bus oder dem Auto über die A1. 

Wo

Anmerkungen