Serra do Soajo – Im Reich der Wildpferde

In der zum NationalparkPeneda-Gêres gehörendenSerra do Soajo können Sie eine eigentümlichsten Landschaften im Norden Portugals erleben. Immer wieder werden Sie hier auf espigueiros, die traditionellen Kornspeicher, stoßen. Ein Besuch im Reich der Wildpferde wird Ihnen mit den Farben der Berge, dem Duft der Heidekräuter und den Geräuschen der hier lebenden Wildtiere die Sinne wiederbeleben.   

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Im Nationalpark Peneda-Gêres kann man frische Bergluft atmen; an unzähligen Wasserläufen den Körper im kalten Wasser erfrischen; und in aller Ruhe ein Tee aus lokalen Kräutern genießen. Die Menschen leben hier noch weitgehend im Einklang mit der Natur und bewahren ihre jahrhundertealten Traditionen.

Zum Park gehören die Gebirge Peneda, Amarela, Gerês und Soajo. Letzteres befindet sich an der spanischen Grenze und erreicht an seinem höchsten Punkt 1415 Meter. Ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch der Serra do Soajo ist das Naturzentrum Porta do Mezio im Kreis Arcos de Valdevez. Der Ort ist einer der offiziellen Zugänge zum Parque Nacional da Peneda-Gerês. Insgesamt gibt es fünf Zugänge in den Park, die jeweils in einem der vom Park erfassten Landkreise liegen.

Nutzen Sie die Gelegenheit für eine Wanderung auf dem rund zwei Kilometer langen Lehrpfad Mezio. Hier können Sie neun prähistorische Grabstätten, sogenannte mámoas besichtigen. Im Naturzentrum Porta do Mezio können Sie ein Museum mit den Ausgrabungsfunden des Megalithkomplexes von Mezio und einem Miniaturnachbau einer traditionellen Siedlung besuchen.

Auf der Suche nach Pferden und Wölfen

Wenn Sie den wilden Pferden auf der Spur sind, dann verlassen Sie am besten die großen Straßen des Parkes und machen eine Wanderung durch die Berge. Neben den Pferden werden Sie hierbei höchst wahrscheinlich auch auf die Cachena-Rinder, eine einheimische Rasse, stoßen und, mit viel Glück, sogar auf einen Wolf.

Von der Gemeinde Gaviera, genauer vom Ort Rouças aus folgen Sie dem „Trilho das Brandas“. Auf einer Strecke von 8 Kilometern können Sie Hochweiden, die brandas, und eine Wolfsfalle sehen. Die brandas sind die Hochweiden, zu denen die Hirten im Sommer mit ihren Ziegen- und Rinderherden zogen. Sie befinden sich hoch oben in den Bergen, wo frischere Temperaturen herrschen. Da der Zugang zu den Bergweiden im Winter nicht möglich war, verfügten die Hirten auch über besser geschützte Wintersitze weiter unten im Gebirge.

Ruhen Sie sich ein wenig auf der branda vonSeida aus, die den Tieren und Hirten nicht nur als Weide, sondern auch bei Nacht Schutz bot. Von hier aus wandern Sie weiter bis zur Quelle des Flusses Ramiscal, die auf der nach Kräutern duftenden Hochebene liegt, und dann bis zu Fojo do Lobo. Die fojos sind alten Fallen, die einst von der hier lebenden Bevölkerung benutzt wurden. Mittlerweile stehen die Wölfe jedoch unter Schutz. Die Fojo do Lobo besteht aus zwei riesigen Mauern, die trichterförmig zusammenlaufen und in einen kleinen Zwinger münden, in dem die Wölfe gefangen wurden.

Von hier aus wandern Sie weiter bis zum Alto da Pedrada, dem höchsten Punkt des Parks. Unterwegs laufen Ihnen Kühe, Ziege und natürlich auch die Garrano-Pferde über den Weg, die im Park Peneda-Gerês völlig frei leben. Kehren Sie wieder zum Ausgangspunkt zurück und stärken Sie sich mit den Spezialitäten der Region, bei denen das Fleisch der Barrosã-Rinder nicht fehlen darf.

Die Kornspeicher von Soajo

Die Ortschaft Soajo zählt zu den typischsten Dörfern des Nationalparks, und zwar vor allem wegen ihrer grandiosen Kronspeicher, den espigueiros, die auf Granitplatten aus der Serra da Peneda errichtet werden.

Im ganzen Dorf stehen kleinen Granithäuser und auf dem Dorfplatz ist ein Pranger zu sehen. Auf einem kleinen Rundgang durch das Dorf können Sie auch das Rathaus, die Igreja São Martinho do Soajo und die Ruinen der alten Mühle besichtigen.

Zu guter Letzt sollten Sie die Dorftenne besuchen. Auf diesem Dreschplatz stehen 24 Kornspeicher aus Stein aus dem 18. und 19. Jh., die noch heute von der Gemeinde zum Lagern des Korns, vor allem von Mais, genutzt werden. Falls möglich, sollten Sie noch ein Bad im kühlen Nass des Poço Negro nehmen, einem der bekanntesten Naturbecken des Flusses Adrão, ganz in der Nähe des Dorfes.

Ein anderer Ort, an dem Sie die typischen Kornspeicher des Naturparks Peneda-Gerês besichtigen können, ist die nur zehn Kilometer von Soajo entfernte Ortschaft Lindoso. Hier stehen insgesamt über 50 Speicher, die noch heute von der Bevölkerung zum Speichern der Ernte genutzt werden. Die nahe an der spanischen Grenze gelegene Burg von Lindoso diente zum Schutz der portugiesischen Gebiete vor spanischen Invasoren und ist ebenfalls einen Besuch wert.

In Lindoso können Sie auch die typische Handwerkskunst der Region kennenlernen: Miniaturen der Kornspeicher, Flechtkörbe, bestickte Leinentücher und Wolldecken. Wenn sich der Hunger meldet, wird Sie die typische Küche sicherlich nicht enttäuschen. Gebratenes Lamm, ein Barrosã-Steak, Reis mit Hühnchen oder cozido à portuguesa sind Spezialitäten, die ihren Gaumen erfreuen werden. 

 

Anreise

Es bestehen verschiedene direkte Flugverbindungen nach Porto. Sollten Sie sich für einen Low-Cost-Carrier entscheiden, so gibt es Verbindungen ab London (Stansted und Gatwick), Birmingham, Paris (Beauvais, Orly, Vatry und Charles de Gaulle), Marseille, Dole, Lille, Straßburg, Tours, St-Etienne, Saint-Étienne, Bordeaux, Lyon, Nantes, Madrid, Barcelona El Prat, Valencia, Mailand Bergamo, Rom Ciampino, Brüssel (Charleroi und Zaventem), Eindhoven, Maastricht, Amsterdam, Genf, Basel-Mulhouse, Dortmund, Frankfurt Hahn, Karlsruhe Baden, Nürnberg, Hamburg, Lübeck, München Memmingen und Düsseldorf Weeze.

Im Sommer fliegen Low-Cost-Carrier ab Liverpool, Dublin, Bologna, Toulouse, Clermont Ferrand, Carcassonne, La Rochelle, Limoges, Rennes, Limoges, Rennes, Las Palmas, Palma de Mallorca, Teneriffa und Bremen.

Mit traditionellen Fluggesellschaften erreichen Sie Porto ab London (Gatwick und Heathrow), Madrid, Barcelona, München, Frankfurt, Paris Orly, Caracas, Genf, Luxemburg, Amsterdam, Mailand Malpensa, Zürich, New York, São Paulo, Rio de Janeiro, Brüssel Zaventem, Rom Fiumicino, Toronto und Luanda. Im Sommer bestehen zudem Verbindungen ab Montreal, Brest und Brive.

Von Porto aus erreichen sie den Nationalpark Peneda-Gerês am besten mit dem Auto. Auf der A3 kommend fahren Sie bei Ponte de Lima in Richtung Arcos de Valdevez ab. Von Porto bis zum Naturzentrum Porta do Mezio (Arcos de Valdevez) sind es rund 100 km, also eine gute Stunde mit dem Auto. 

 

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